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Referat Denken zwischen Liberalismus und Sozialismus

geschichte referate

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Denken zwischen Liberalismus und Sozialismus

1. John Stuart Mill

Mill geh`rt zu den sogenannten philosophic radicals. Sie stehen fhr die Ausweitung der Repr@sentation auf alle Schichten des Volkes und wenden sich der sozialen Frage zu, da der Liberalismus 'nicht mehr guten Gewissens annehmen' kann, 'da8 Ausbeutung und Elend der Arbeiterschaft durch die Kr@fte des Marktes, der sie bewirkt, auch wieder zum Verschwinden gebracht werden[].'(G`hler/Klein, 1993, S.447)

Mill setzt sich fhr freie Meinungs@u8erung und einen konsequenten Minderheiten­schutz ein, da niemand sicher sein kann, da8 er in Besitz der Wahrheit ist, auch die Mehr­heit nicht. Obwohl er sich zum Individualismus bekennt, sieht er das Individuum doch ver­pflichtet, die Interessen anderer nicht zu verletzen sowie der Gesellschaft seinen Anteil zur Aufrechterhaltung des allgemeinen Selbstschutzes zu leisten. Die Individuen mhssen sich ansonsten frei entfalten k`nnen, da in dem Ma8e der Entfaltung seiner Individualit@t jeder Mensch wertvoller fhr sich selbst wird und es darum vermag, wertvoller fhr andere zu sein.(Siehe ebd. S.453) Nur durch Individualit@t kann es in der Gesellschaft Fortschritt geben. Der Staat mu8 als Grundbedingung seiner eigenen Existenz und Fortentwicklung die Ausbildung von Individualit@t erm`glichen und bef`rdern.(Ebd. S.454)

John Stuart Mill ist Utilitarist; modifiziert aber in manchen Punkten den 'Ur-Utilitari­sten' Bentham. Nach dieser Schule sind Handlungen (insbesondere des Staates) nhtzlich, wenn ihr Ergebnis das Glhck der Menschen ist.[1] Im Unterschied zu Bentham fhhrt Mill eine qualitative Gewichtung des Eigeninteresses des Individuums ein, wonach die geistigen den k`rperlichen Freuden hberlegen sind. Wurde das allgemeine Wohl bei Bentham noch durch das Aufsummieren der Einzelinteressen erreicht, h@ngt es bei Mill nunmehr 'von der durchg@ngigen Einsicht der Individuen ab, da8 die Belange anderer oder allgemeine Belange fhr sie selbst Opfer bedeuten k`nnen [].'(Ebd. S.457)

Diese Akzentverschiebung des Nhtzlichkeitsprinzips hin zu sozialen Tugenden verlangt, da8 Gesetze und gesellschaftliche Verh@ltnisse die Interessen jedes einzelnen soweit wie m`glich mit dem Interesse des Ganzen in gbereinstimmung bringen. Erziehung und `f­fentliche Meinung mhssen ihren Einflu8 darauf verwenden, in jedem die unaufl`sliche Verknhpfung zwischen dem eigenen Glhck und dem Wohl des Ganzen herzustellen ('Verinnerlichung des Gemeinsinns'). Fhr jeden Bhrger mu8 ein unmittelbares Motiv zur F`rderung des allgemeinen Wohls einer der 'gewohnheitsm@8igen Handlungsantriebe' werden.(Ebd. S.458)

Der Utilitarismus begrhndet in der Deutung Mills soziale Gerechtigkeit. Es verlangt, 'da8 die Gesellschaft jeden gleich gut behandeln soll, der sich um sie im gleichen Ma8e verdient gemacht hat.'(Mill, zitiert in: Ebd. S.469) Jeder hat den gleichen Anspruch auf Glhck und die Mittel zu seiner Erreichung. Eigenum kann daher nicht unantastbar sein. Privatbesitz steht dann zur Disposition, wenn es der allgemeinen Wohlfahrt der Gesell­schaft und der sozialen Gerechtigkeit widerspricht.[2]

Landeigentum und der Grundbesitz sind dabei weniger legitimiert 'besitzt zu werden', da sie nicht unmittelbar ein Produkt des Produzenten sind.

Eduard Bernstein (1850-1932)

Eduard Bernstein ist deshalb fhr unseren Zweck interessant, da er die beiden Gro8theo­rien, um die es hier geht, explizit zusammenbringt: Sozialismus h@lt er fhr organisierten Liberalismus. Ausgangspunkt dabei ist das Ziel nach gleicher Freiheit fhr alle Menschen, welche nur erreicht werden kann, wenn sie durch Organisation in Wirtschaft und Gesell­schaft gesichert ist. Individuelle Freiheit ist das unhberbietbare Ziel des Sozialismus. Die­ses ist nicht mit Laisser-faire zu erreichen, sondern mittels bewu8ter Organisation, gemein­schaftlicher Entscheidung und mit sozialer Verantwortung.(Vgl. Meyer, 1991a, S.213 und Meyer, 1991b, S.56f.) Dabei geht es Bernstein nicht darum, die gesamte Wirtschaft zu verstaatlichen. Ziel ist ihm die Selbstbestimmung der Arbeiter.(Vgl. Meyer, 1991a, S.210) Es bedarf der gleichberechtigten Teilhabe an allen Entscheidungen. Sie stellt eine Voraus­setzung fhr eine Freiheit aller da. Fhr Bernstein ist Demokratie der h`chstm`gliche Grad von Freiheit fhr alle; er sieht in der Demokratisierung eine Form der Verwirklichung des Sozialismus.(Siehe Kleger, 1994, S.113) Bernstein steht fhr eine soziale Emanzipation der Arbeiterschaft ein.(Ebd. S.114) Die Arbeiter brauchen eine 'Schule der Selbsterfahrung' (zu Erlangen durch parit@tische Mitbestimmung in den wirtschaftlichen und sozialen Be­reichen sowie selbstorganisierten Genossenschaftswesen), um die dem Kapital entrissenen Hoheitsrechte auch wirklich aushben zu k`nnen.(Vgl. Meyer, 1991a, S.214)

Kennzeichend fhr Bernstein ist, da8 er nicht mehr wie Marx davon ausgeht, da8 der Kapitalismus zusammenbricht und an seiner statt der Sozialismus sofort zur Entfaltung kommt. Nachzuweisen war dagegen eine wachsende Marktkontrolle und ein wachsendes Einkommen der Arbeiter, was mithin die Verelendungstheorie negierte.[3] Er erkannte, da8 eine Revolution ungeeigenet ist, politische Demokratie zu installieren.(Vgl. Meyer, 1991a, S.209f.) 'An die Stelle dieser Zuspitzungen, Automatismen und Vereinfachungen tritt die Leitidee eines gradualistischen Reformprozesses'(Kleger, 1994, S.118). Dabei stellt der Sozialdemokrat auf die Lernf@higkeit der Menschen ab. Im Gegensatz zu Engels und Marx ist bei ihm nicht der Weg wissenschaftlich 'fundiert' und begrhndet vorgegeben. Es geht nicht um Umsturz, sondern um schrittweise reflektierte Transformation. Dabei sind Menschenrechtsgarantie und Pluralismus 'zugleich Ziel des Sozialismus und unabdingba­rer Rahmen fhr den Fortgang der gesellschaftlichen Reform.'(Meyer, 1991b, S.58)

3. Fabianer

Bernstein wurde von seiner Zeit in England durch den Fabianismus gepr@gt. Die Fabian Society wurde 1884 in London von einer linkssozialistischen Intellektuellengruppe gegrhn­det.(Siehe Meyer, 1986, S.169) Den Mitgliedern der Gesellschaft ging es darum, die indi­vidualistische Gesellschaft des Kapitalismus schrittweise 'durch gesellschaftlich verant­wortliche Formen der Verfhgung hber Grund und Boden und die Produktionsmittel' um­zugestalten.(Ebd.) Dabei sollte die gesellschaftliche Kontrolle hber Boden und Produk­tionsmittel vorrangig durch die Kommunen ausgehbt werden. Es geht darum, die evtl. folgenschwere individuelle Willkhr durch gesellschaftliche Kontrolle und soziale Verant­wortung zu ersetzen.

Wie Bernstein sp@ter waren die Fabianer der gberzeugung, da8 diese Transformation der Gesellschaft nur als Reformproze8 im Rahmen der Demokratie m`glich ist.(Siehe ebd.) Sie teilten die Grundlagen mit dem Liberalismus (Prinzipien der gleichberechtigten, individuellen Freiheit und praktische Chancengleichheit) und waren der gberzeugung, da8 sozialistische Konsequenzen aus seinen Prinzipien zu ziehen sind[4] (und versuchten erfolg­los, die damaligen Liberalen davon zu hberzeugen). Fhr die Fabianer war der Sozialismus lediglich ein Individualismus, der vernhnftiger organisiert wird.(Vgl. ebd.)



Der Utilitarismus versucht, Handlungen aufgrund ihrer Wirkungen auf alle Individuen zu bewerten. Handlungen sind dann moralisch richtig, wenn sie die Tendenz haben, Glhck zu bef`rdern. (Siehe G`h­ler/Klein, 1993, S.456) Sp@ter wird der Utilitarismus auch fhr die Fabianer zu einen ihrer tragenden Gedan­ken.

Damit vollzieht Mill einen deutlichen Bruch zum klassischen Liberalismus eines John Locke. Er sah die Hauptaufgabe des Staates darin, erworbenes Eigentum fhr den einzelnen zu schhtzen und vor dem Zugriff eines Dritten zu sichern. Eigentum wurde im klassischen Liberalismus fhrderhin als Mittel gegen Armut und zu Mehrung von Wohlstand verstanden. Zu Zeiten Mills deuten nun offensichtlich viele Indi­zien daraufhin, da8 Eigentum und vor allem seine gro8e Konzentration nicht ausschlie8lich positive Fol­gen zeitigt. Die soziale Frage stellt sich.

Siehe auch Fetscher, 1994, S.53ff.: Aufgrund der empirischen Widerlegung und Entkr@ftung einer evolutionistischen und objektivistischen Fundierung des Sozialismus ergibt sich nun die Notwendigkeit, dieses Ziel auf andere Weise zu begrhnden.(Siehe S.54)

So wird auch Kants dritte Formulierung des kategorischen Imperativs, welcher uns anweist, die Menschheit in unserer Person und in der eines jeden anderen jederzeit zugleich als Zweck und niemals blo8 als Mittel zu behandeln, von Cohen mit einer Urheberschaft Kants an dem deutschen Sozialismus gleichgesetzt. Cohen argumentierte, da8 das kapitalistische Wirtschaftssystem den Arbeiter dazu ver­dammt, blo8es Mittel fhr die Kapitalisten zu sein. Kautsky stellt dazu fest, da8 der angeblich sozialistische Satz ebenso mit dem Liberalismus vertr@glich ist (und verstand das freilich als eine niederschmetternde Kritik).(Siehe: Van der Linden, 1994, S.146f.)



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