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Referat Die bürgerliche Revolution 1848 / 1849 - Vorgeschichte & Auslöser der Revolution, Die Märzforderungen die Märzrevolution in Berlin & der Sturz des Fürsten von Metternich in Österreich, Der Trauerzug und die Zugeständnisse des Königs Wilhelm IV


geschichte referate

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Die bürgerliche Revolution 1848 / 1849

Vorgeschichte & Auslöser der Revolution

 

Vor dem Ausbruch der bürgerlich- demokratischen Revolution bestanden in vielen Ländern Europas große politische und soziale Gegensätze. In Deutschland sowie auch in Österreich unterdrückten Adel und der König die Volksmassen und hielt die kapitalistische Entwicklung damit auf.

Außerdem verschlechterten sich 1847 die Lebensbedingungen für das Volk, da ein Jahr zuvor große Mißernten und die Kartoffelfäule in ganz Europa voran gingen. Dies verursachte in vielen Städten vereinzelte Hungerrevolten, die aber prompt vom Militär gestoppt wurden.

Zusätzlich verloren viele kleine Handwerker durch die Industrialisierung ihre Handwerkstätigkeiten oder mußten Lohnverkürzungen in Kauf nehmen. Deshalb kam es 1847 zu einer revolutionären Krise, in den Gemütern von der erfolgreichen Februarrevolution in Frankreich, gestützt.

Die Märzforderungen die Märzrevolution in Berlin & der Sturz des Fürsten von Metternich in Österreich

Die revolutionäre Krise schlug später, im März 1848 in Deutschland zu einer Revolution, geführt von bürgerlicher Seite und der Arbeiterschaft um. So kam es am 03. März 1848 zu den Märzforderungen der Nationalversammlung. Es wurden Pressefreiheit, Schwurgerichte, die allgemeine Volksbewaffnung, ein gesamtdeutsches Parlament, das allgemeine Wahlrecht und die Einführung der konstitutionellen Verfassung gefordert.

Noch am selben Tag wurden den einzelnen Bundesstaaten Pressefreiheit und die Einführung der bisher verbotenen Farben schwarz – rot – gold als Bundesfarben, durch den Bundestag frei gestellt.

Am 3. März kam es zu einer Versammlung von 51 Liberalen und Demokraten. In dieser Nationalversammlung wurde der Zwiespalt dieser zwei Bestrebungen klar. Die Liberalen wollten einen Monarchen als Führungskraft an der Spitze und die Demokraten forderten die Republik.

Die Märzbewegungen hielten weiter an und nun wurden auch auf Versammlungen im preußischen Rheinland und Berlin erste Forderungen der Bürger gestellt. Im weiteren Verlauf kam es zu Aufständen in Oden- und Schwarzwald, wo immer noch keine Bauernbefreiung statt gefunden hatte. Vereinzelte Unruhen in Württemberg brachten dort die Wiedereinführung der Pressefreiheit. Auch in Karlsruhe demonstrierten verschiedene Abordnungen gegen den König und sein Regime.

Schließlich kam es am 13.03.1848 auch in Berlin zu ersten Kämpfen des Volkes gegen das Militär. Dadurch hatte das Volk erste Tote zu verzeichnen und die allgemeine Stimmung schlug auch in Berlin in eine revolutionäre Stimmung um.


Noch am selben Tag wurde in Österreich der Fürst von Metternich (Staatskanzler Österreichs) gestürzt, was eindeutig für die Revolution sprach. Dies war ein zusätzlicher Ansporn für die Demonstranten in Deutschland. In Österreich galten nämlich noch immer die mittelalterlichen Zunftgesetze und es herrschten hohe Zölle, die dem Handel schadeten. Außerdem wurde die Presse streng zensiert und das Volk hatte keinerlei Rechte. Dadurch wurde die Regierung Metternichs unter dem Volk verhaßt. Es kam in Wien zu Volksaufständen der Bürger, Handwerker und Studenten, die Volksbewaffnung, eine Verfassung und die Absetzung Metternichs forderten. Die Regierung setzte demzufolge das Heer ein und es kam zu blutigen kämpfen. Jedoch gewannen am 15. März 1848 die Bürger und Metternich floh, als Frau verkleidet, nach England.


Am 17.03.1848 ging der König Friedrich Wilhelm auf die Märzforderungen ein und hielt ein Tag später eine Rede an das Volk, indem er die Umwandlung Deutschlands in einen Bundesstaat, die Schaffung einer Gesamtdeutschen Volksvertretung und die beschleunigte Einberufung des Vereinigten Landtages in Preußen versprach. Außerdem sprach er von der Einführung einer modernen Verfassung in Preußen.

Diese Versprechungen erreichten gutes Ansehen bei den Bürgern, aber der Sachverhalt wurde trotzdem mit Skepsis betrachtet, so daß sie weiter den Abzug des Militärs vom Schloßplatz und aus der Stadt Berlin forderten. Der König ordnete an, daß das Militär den Schloßplatz räumen solle, allerdings lösten sich dabei vermutlich unabsichtlich 2 Schüsse aus den Gewehren des Militärs, denn wenn man den Befehl zum Schießen gegeben hätte wären sicherlich mehr Schüsse abgefeuert wurden.

Es wurde zwar niemand verletzt, aber trotzdem reichten diese 2 Schüsse aus um die Bürger sofort in offenen Aufruhr zu versetzen. Es kam wie schon bei der Februarrevolution der Franzosen zu Barrikadenkämpfen und heftigsten Straßenschlachten. Unter den Bürgern waren ca. 5000 Beteiligte aus allen Bereichen, wie z.B. Handwerker, Tischler, Schneider, Schlosser, Studenten, Kaufleute, Beamte etc.

Somit standen 14000 bewaffnete Soldaten den 5000 unbewaffneten Bürgern gegenüber. Im Verlauf dieser Kämpfe gewann das Militär zwar Barrikade für Barrikade, aber das Volk leistete enormen Widerstand. Das Volk kämpfte so hart, daß meistens unmittelbar hinter den Barriakden mit Hilfe von Fensterrahmen die Munition gegossen wurde.

Nach 14 Stunden hartem und unerbittlichen Kampf gab der König, dem völlig erschöpften und demoralisiertem Heer, den Befehl des Rückzuges. Damit hatte der erste Ansturm der Revolution in Preußen gesiegt.

Der Trauerzug und die Zugeständnisse des Königs Wilhelm IV

Bereits am 19.03.1848 fand ein Trauerzug des Volkes vor dem Schloß des Königs statt. Wilhelm IV drückte den ca. 180 Gefallenen großes Beileid aus und verneigte sich ohne Krone vor dem Volk. Dies war der symbolische Höhepunkt der Märzrevolution:

Am 21. März 1848 trat der König in Begleitung von Ministern, Generälen, Prinzen und der Bürgerwehr mit einer schwarz – rot – goldenen Armbinde vor das Volk. Er hielt eine Rede und versprach die Leitung des neuen deutschen Nationalstaates zu übernehmen und alle Märzforderungen endgültig zu erfüllen. Außerdem bekannte er sich zur deutschen Einheit, zur Freiheit und zur konstitutionellen Verfassung. Die Worte „Preußen geht fortan in Deutschland auf„ wurden im Volk als Verzicht auf die Großmachtstellung Preußens gedeutet, allerdings war dies niemals ein Ziel von Wilhelm IV.

Diese Rede löste beim Adel und beim Heer tiefste Besorgnisse aus und ließen das Bürgertum wieder neue Hoffnung schöpfen. In den Folgemonaten wichen die Monarchen taktisch zurück und die Revolution beruhigte sich drastisch, so daß auch der revolutionäre Elan der Bürger schwand, weil sie sich als Sieger ansahen. Es kam zu einer zunehmenden Kooperation statt Konfrontation der Bürger mit dem Monarchen.


Die Kritische Phase der Revolution und der Waffenstillstand von Malmö

Inzwischen gab es im März einen Konflikt zwischen Dänemark und Preußen. Schleswig-Holstein stand unter dänischer Herrschaft. Dänemark wollte Schleswig von Holstein trennen, dies aber wollte Preußen vermeiden und es kam zum Krieg zwischen den beiden Mächten.

Allerdings bekam Dänemark auf Anfrage Unterstützung von Rußland und England, die beide daran interessiert waren, daß keine deutsche Großmacht an die Meerenge zwischen Ostsee und Nordsee gelangte.

Unter großem Druck der Weltmächte auf Preußen kam es schließlich am 26.08.1848 zum Waffenstillstand von Malmö. Die Paulskirche allerdings mißbilligte diesen Waffenstillstand und forderte Preußen auf den Krieg wieder aufzunehmen. Das beeindruckte Preußen sehr wenig, weil die Macht der Paulskirche sehr eingeschränkt war und der Frieden wurde beibehalten.

In Deutschland fanden weiterhin Aufstände der Demokraten in Baden, unter der Führung von Gustav Struve, statt. Des weiteren erfolgte der offene Ausbruch des Gegensatzes der radikalen Demokraten und der liberalen Mehrheit. Die liberalen fürchteten ein Bündnis der Demokraten mit dem besitzlosen Bürgertum und damit eine Bedrohung der Eigentumsordnung.

Der Sieg der Reaktion in Preußen und Österreich


Für die weitere Entwicklung der Revolution ist entscheidend, daß die Monarchen eine starke Kraft auf ihrer Seite hatten, das Heer. Zwar war das Heer in manchen Teilen Deutschlands durch das Aufbäumen der Revolution etwas demoralisiert, aber trotzdem war es noch stark genug und so kam es zu vielen Siegen des Militärs gegen die Revolution.

Das Heer schlug den tschechischen Aufstand nieder und siegte unter Führung Radetzkys über die piemontesische Armee in Italien. Auch die Niederwerfung Ungarns mit der Unterstützung aus Rußland gab dem Heer seine alte Moral wieder.

Am 9.11.1848 wurde Robert Blum, der die Sympathieerklärung überbrachte hatte, auf Befehl des Heeresführers Windischgrätz erschossen. Dies war eine bewußte Provokation der Nationalversammlung durch Österreich. Somit erlangte das Heer weiter Selbstvertrauen und die revolutionären Kräfte des Bürgertums schwanden immer mehr.

Später kam es zum Niederschlag des Wiener Oktoberaufstandes, was der Reaktion sehr zu Gute kam. Durch schnelles Handeln wurde bereits am 10.11.1848 die Stadt Berlin von einem 40000 Mann starkem Heer, unter der Führung von General Wrangel, besetzt. Am 05.12.1848 wurde nun endlich eine Verfassung aufgestellt, diese war relativ liberal und wurde von der Paulskirche deshalb als eine Art Zusammenarbeit angesehen. Dadurch blieb der drastische Umschwung der Revolution relativ verborgen.

Die Frankfurter Nationalversammlung und der Verfassungskompromiß

Erst Ende Dezember wurden viel zu spät die Grundrechte durch die Frankfurter Nationalversammlung verabschiedet. Aber auf Grund der wiedergewonnen großen Macht bestritten Preußen und Österreich die Gültigkeit und erkannten die Grundrechte nicht an, so daß diese keine richtige Gültigkeit bekamen.


Jetzt stand die Paulskirche vor einem Problem des neu zu schaffenden Reiches, da Österreich die Gebietsabgabe an Deutschland verweigerte aber sich auch nicht aus Deutschland zurückziehen wollte. Die Großdeutsche Fraktion wurde zunehmend schwächer. Der Ministerpräsident Schwarzenberg forderte die Aufnahme Österreichs in den Deutschen Bund, dies würde die Aufnahme vieler fremder Minderheiten bedeuten.

Schließlich mußte es am 27.03.1849 zum Verfassungskompromiß der kleindeutschen Reichsverfassung kommen, die mit 263 zu 263 Stimmen angenommen wurde.

Der erbliche Kaiser erhielt in Zukunft nur das Recht der befristeten Aufschiebung von Parlamentbeschlüssen (suspensives Veto).

Das Angebot der Kaiserkrone und das Scheitern der Paulskirche

Einige Zeit nach dem Verfassungskompromiß boten die Abgeordneten der Paulskirche dem preußischen König die Kaiserkrone an. Dies befürworteten 28 deutsche Staaten. Nach längerer Überlegung stand für König Wilhelm IV fest, daß er die Kaiserkrone ablehnte, da er die Konfrontation mit Österreich vermeiden wollte. Der König sagte inoffiziell sogar, daß ihm die Abgeordneten der Paulskirche nicht Standesgemäß sind und er deshalb die Kaiserkrone aus Prinzip verschmähte.

Damit war das Werk der Nationalversammlung gescheitert. Die österreichischen und preußischen Abgeordneten wurden abberufen und es blieben nur noch linke Abgeordnete übrig. Dadurch entstand ein Rumpfparlament, was seinen Sitz nach Stuttgart verlegte um dort vielleicht neue Anhänger für sich zu gewinnen.


Das letzte Aufbäumen und die Verfolgung der revolutionären Kräfte

Das absolute Ende der Paulskirche trat am 18.07.1849 ein, als das württembergische Militär die übrigen Abgeordneten auf dem Weg zum Sitzungssaal auseinander brachte. Doch die Aufstände der Revolutionären in anderen Teilen Deutschlands hielten weiter an. In Sachsen, und der Pfalz herrschten weiterhin demokratische Aufstände, die die Annahme der Reichsverfassung mit Gewalt erzwingen wollten. Auch in Baden und in Württemberg kämpften die Volksvereine gegen die Regierung.

Am 05.12.1849 kam es zu einem Soladatenaufstand in Rastatt. Der Großherzog und seine Regierung floh. Es wurde eine konstitutionelle Landesversammlung gewählt und Baden war kurzfristig 1. Republik Deutschlands. Allerdings griff der Großherzog ein und bat Preußen um Hilfe. Das Militär war in Baden den Revolutionären vollkommen überlegen und die 1. Republik ging wieder unter.

Letztendlich kapitulierte am 23.07.1849 die letzte Festung in Rastatt. Das war das Ende der Revolution gegen den Deutschen Bund.

Anschließend wurden die Revolutionäre sofort verfolgt. Sie flohen zum Teil nach England und in die Schweiz, aber es wurden auch viele Gefangen genommen. Diese wurden vor Gericht angeklagt und ihr gesamtes Vermögen und Grundeigentum beschlagnahmt.

In Mannheim, Rastatt und Freiburg fanden insgesamt über 28 Erschießungen statt.

Die Ursachen des Scheiterns der Revolution

Es gibt viele Ursachen für das Scheitern der Revolution.

Die Ziele wurden von Anfang an zu hoch gesteckt. Die Bürger wollten eine liberale Verfassung und die Verwirklichung der Menschenrechte. Zusätzlich wollten sie die Errichtung eines deutschen Nationalstaates, was die Kräfte der Revolutionäre überstieg. Die Stärke des Partikularismus war außerdem ein Faktor für die Niederlage, da die Fürsten und die Landesparlamente die Macht hatten und diese nicht mit der Reichszentrale teilen wollten.

Die Paulskirche war zu schwach um der Macht der Fürsten stand zu halten, was deutlich beim „Waffenstillstand von Malmö“ zu erkennen ist.

Den Bürgern fehlte die revolutionäre Erfahrung, denn die Nationalversammlung ließ die revolutionäre Situation viel zu lange verweilen. Außerdem wurden die Grenz- und Verfassungsprobleme zu spät in Angriff genommen, erst als Österreich und Preußen die Gegenrevolution eingeleitet hatten. Die Monarchen wurden von den Bürgern falsch eingeschätzt, das zurückweichen wurde als grundsätzliche Nachgiebigkeit  falsch gedeutet.

Das Volk war sich über die Ziele uneinig. Die Furcht des liberalen Bürgertums vor der sozialen Revolution nahm zu und das besitzende Bürgertum wurde zunehmend mit den Monarchen kompromißbereit. Als letzte schwerwiegende Ursache muß man die Haltung der europäischen Großmächte beachten, denn außer Preußen waren alle Großmächte gegen die Gründung eines deutschen Nationalstaates.

Die Folgen und die Wirkungen der bürgerlichen Revolution

Die Auswanderungen, Gefängnisstrafen und Todesurteile wirkten abschreckend. Die demokratischen Aufstände hatten das Besitzbürgertum stark eingeschüchtert. Der Interessenschwerpunkt verlagerte sich vom politischen zum ökonomischen Bereich. Die adelige Wertvorstellung und der monarchische Gedanke wurde neu belebt. Das Militär und die staatliche Macht erscheint in Ruhm, Glanz und Ehre.

Die Gegenrevolution schrieb die Demokratie und Republik mit Anarchie, Dummheit und Herrschaft der Straße gleich. Trotzdem ist die Revolution in den Hinterköpfen aller Bürger geblieben und wird sicherlich auch nicht so schnell vergessen werden. Überall in Deutschland wurde die Bauernbefreiung endgültig durchgesetzt. 1850 wurde die erste Verfassung Preußens durchgesetzt, diese wies stark monarchische und undemokratische Züge auf, aber durch diese konstitutionelle Verfassung bekam Deutschland den Anschluß an die Entwicklung in Westeuropa.

Zusammenfassung und eigene Sichtweise der Revolution

Die bürgerliche Revolution war anfangs sehr energisch und durchschlagend, nur haben die Revolutionäre nach ersten Siegen über die monarchischen Mächte stark nachgelassen. Die Organisation der Bewegung war später zu schlecht geplant. Genauso war die Spaltung der Ziele, von Demokraten und Liberalen in der Nationalversammlung ein Dorn im Auge, so daß am Ende die Reaktionäre doch die Oberhand bekamen.

Trotzdem war die Revolution nicht umsonst, sie brachte eine, wenn auch undemokratische, neue Verfassung und in allen Teilen Deutschlands die Bauernbefreiung. In den Köpfen der Bürger wird die Revolution weiterhin existieren.



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