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Referat 'So ein Streß' - Die drei klassischen Streßkonzepte, Vier psychosomatische Grundformen von Streß und belastenden Lebesereignissen, wie Leitlinien der Streßbewältigung


biologie referate

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'So ein Streß'

 

Der Begriff 'Streß' umschreibt einen bio-, psycho-, sozialen Prozeß der Herausforderung und Überforderung und findet große Nähe zu den Themen Krise, Chaos, Instinkverhalten, aber eben auch zu Neuorientierung und Kreativität. So hat sich weltweit folgende Unterscheidung eingebürgert:

Eustreß als gesunder, herausfordernder Streß und

Distreß als krankmachender, kränkender Prozeß.

Die drei klassischen Streßkonzepte:

1. Claude L. Bernard (1813-1878) und das 'Milieu interieur':

 

Jedes Individuum besitzt eine innere Wirklichkeit und eine eigene Dynamik. Um eigene Zielvorstellungen zu verwirklichen, leistet das Individuum Reizen gegenüber Widerstand. Die innere Lebenswelt kann nur erhalten werden, wenn die äußere Wirklichkeit bewältigt wird.

Der Begriff 'Streß' würde die Diskrepanz zwischen äußerem und innerem Milieu, als auch die Diskrepanz im inneren Milieu selbst, gleichzeitig umfassen.


2. W. B. Cannon (1871-1945) und das 'Flight-Fight-Syndrom' (= 'Notfallsreaktion):

 

Seine psychologischen und pathophysiologischen Untersuchungen ergaben, daß das Individuum in Notsituationen die Kampf- oder Fluchtreaktion als Lebensmöglichkeit hat.

In echten sogenannten strukturellen Gefahrensituationen kann über die nerval-adrenerge Schleife - die Hypothalamus-Sympathikus-Nebennierenmark-Katecholaminausschüttung - eine zielvolle Notaktivierung des Lebewesens erreicht werden, welche zum Kampf ermutigen oder zu einer sinnvollen Flucht aktivieren helfen kann.

3. Hans Selye (1907-1982) und das 'General Adaption-Syndrom' (= 'Allgemeines Adaptations-Syndrom'):

 

Der Begründer der physiologischen Streßforschung studierte in Prag und Wien und wirkte in Montreal. Den Begriff 'Streß' führte er 1949 in die Medizin ein.

Die Haupaussage seiner Arbeit von ihm selbst definiert: ' Streß ist das körperliche Anpassungsprogramm des Menschen an neue Situationen., seine unspezifische und stereotype Antwort auf alle Reize, die sein persönliches Gleichgewicht stören.' (PIERINGER, S.23)

In seinen Arbeiten bezieht sich Selye auf zwei physiologische Steuerungsmechanismen, die sich gegeseitig ergänzen.:

® die direkt-nervöse Stimulierung durch das vegetative Nervensystem ( Ausschüttung von Carticolaminen, Adrenalin - Kampf u. Fluchthormon/Noradrenalin - Angriffshormon : kurzfristige Belastungsanpassung)

® die indirekt-hormonale durch den Hypophysen-Nebennieren-Regelkreis (Auschüttung von Corticosteroiden ermöglicht Anpassung an höhere längerfristige Belastung.)

Drei Phasen des Allgemeinen Anpassungs-Syndroms: Alarmreaktion, Widerstands- od.Anpassungsphase und Erschöpfungsphase (wenn den Reizen kein Widerstand mehr entgegengesetzt werden kann, sind Krankheit oder Tod die Folge).

 Selye unterscheidet auch zwei psychologische Möglichkeiten der Streßreaktion:

® Syntoxische Reaktion,wie Totstellreflex,auch Corisolstreß zur Beruhigung d.Angreifers        u.d.inneren Entzündung.

® Katatoxische Reaktion, Erreger bzw.Gifte werden aktiv angegriffen und zerstört.

Vier psychosomatische Grundformen von Streß und belastenden Lebesereignissen, wie Leitlinien der Streßbewältigung:




1. Existentieller Streß; lebensgefährlicher Schock oder Sinnkrise.® adäquate Reaktion ist die       radikale Transzendierung      der Gesamtperson - Entwicklung einer Urhoffnung und eines   Urvertrauens.

2. Struktureller Streß; die Kampf-Fluchtreaktion oder Identitätskrise. ® adäquate Reaktion ist die Balancefindung.

3. Konstitutioneller Streß; Anpassungs-Widerstandskrise oder drohender Verlust der      Selbständigkeit.® adäquate Reaktion ist die Entfaltung einer sachlichen Arbeitshaltung     

4. Funktioneller Streß; 'nervöses Verhalten'/'Lampenfieber'/'Liebesfieber': Flüchtige      Verunsicherung der Rollenidentität. ® adäquate Reaktion ist die Entwicklung einer      stimmingen expressiven Spielhaltung.

Maßnahmen der Streßbewältigung: Durch

Selbstbeeinflussung: Autogenes Training, Meditation.

Sebst-,Fremdbeeinflussung: Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson, Hatha Yoga, Biofeedback.

Fremdbeeinflussung: Hypnose.

Literatur:

FRISCHENSCHLAGER, O.(Hrsg.): Lehrbuch der Psychosozialen Medizin: Grundlagen der Medizinischen Psychologie, Psychotherapie und Medizinischen Soziologie. S. 20-28.

ILLICHMANN, A.: Arbeitsbuch Psychologie.- Franz Deuticke, Wien 1985.

KAHLE, W.: dtv-Atlas der Anatomie: Nervensystem und Sinnesorgane.- Georg Thieme, 1986

PSYCHOLOGIE HEUTE: Oktober 1995. Seite 20-28.



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